Aramis-Apotheke in Senftenberg Galenus-Apotheke in Eisenhüttenstadt Rennbahn-Apotheke Hoppegarten in Hoppegarten Apotheken-Logo
17.11.2016

Apotheker geben immer weniger Antibiotika ab

In den öffentlichen Apotheken im Land Brandenburg geben die Apothekerinnen und Apotheker immer weniger Antibiotika an ihre Patienten ab: Im Jahr 2015 gut 14 Prozent weniger als noch zehn Jahre zuvor. Das ergab eine Analyse von Rezepten der gesetzlich Krankenversicherten durch das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) anlässlich des Europäischen Antibiotikatages am 18. November.
 
Während im Jahr 2005 noch etwa 492 Packungen Antibiotika pro 1.000 Versicherte abgegeben wurden, waren es im Jahr 2010 rund 481 Packungen und im Jahr 2015 nur noch 422 Packungen pro 1.000 Versicherte. Nicht erfasst wurden Antibiotika-Gaben in Krankenhäusern, Verordnungen von Zahnärzten und die Abgaben an Privatversicherte. „Es ist eine sehr positive Entwicklung, dass die Gabe von Antibiotika langsam zurückgeht. Im Jahr 2015 wurden nur noch etwa 930.000 Packungen Antibiotika in brandenburgischen Apotheken abgegeben. Diesen Trend begrüßen wir Apotheker als Heilberufler ausdrücklich. Antibiotika sind immens wichtige Medikamente. Sie sollten aber auch mit Augenmaß eingesetzt werden, weil sie sonst ihre Wirksamkeit verlieren könnten“, sagt Tina Koch, 1. Stellvertretende Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg (AVB).
 
Rund um die richtige Einnahme von Antibiotika werden Patienten von den Apothekerinnen und Apothekern und dem Pharmazeutischen Fachpersonal in den Apotheken vor Art beraten. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – ABDA hat in einem informativen Patienten-Flyer „7 Tipps für den richtigen Umgang mit Antibiotika“ zusammengefasst.
  1.  Antibiotika werden ausschließlich nach ärztlicher Verordnung angewendet.
  2. Antibiotika sind genau solange und in der vom Arzt vorgesehenen Dosierung einzunehmen.
  3. Informieren Sie sich bei Ihren Apothekerinnen und Apothekern vor Ort über Wechsel-wirkungen und Einnahmehinweise: Einige Antibiotika werden durch Kalzium in ihrer Wirkung gestört. Diese sollten deshalb nicht mit Milch oder kalziumreichen Mineralwasser eingenommen werden, sondern idealerweise mit einem großen Glas Wasser.
  4. Reste von Antibiotika sollten nicht aufgehoben oder von Patienten bei der nächsten Infektion auf eigene Faust eingenommen werden.
  5. Ärztlich verordnete Antibiotika dürfen nicht an andere Patienten weitergegeben werden.
  6. Antibiotika sind über den Hausmüll und nicht über die Toilette oder das Waschbecken zu entsorgen. Die Entsorgung von Antibiotika über das Abwasser verbreitet die Substanzen in die Umwelt und fördert so die Entstehung von Resistenzen.
  7. Viele Infektionen können durch einfache Hygienemaßnahmen vermieden werden. Empfehlenswert sind auch vorbeugende Maßnahmen wie eine Grippeimpfung.
Flyer und weitere Informationen zu Antibiotika unter www.abda.de/antibiotika
Informationen zur Auswertung www.dapi.de 

Aktuelles

22.11.2021
Pressemitteilung: Bestellobergrenzen für Biontech-Impfstoff nicht zielführend
mehr...

02.10.2021
39. AVB-Mitgliederversammlung wählt neuen AVB-Vorstand
Mitgliederversammlung bestätigt Olaf Behrendt als Vorsitzenden des AVB Zwei neue Mitglieder im Vorstand
mehr...

21.04.2021
Lieferengpässe bei lebenswichtigen Arzneimitteln auch 2020 auf hohem Niveau
mehr...

10.12.2020
Verteilung von kostenlosen FFP2-Masken frühestens ab 15. Dezember 2020
mehr...

15.10.2020
Pressemitteilung: Jede fünfte Apotheke in Brandenburg von AvP-Insolvenz betroffen
Auf Hilfeersuchen des Apothekerverbandes Brandenburg e.V. (AVB) reagierte die Staatskanzlei, das Wirtschaftsministerium sowie das Finanzministerium bisher von ablehnend desinteressiert bis überhaupt nicht. Einzig das Gesundheitsministerium zeigte sich sof
mehr...