Potsdam, 18. März 2026 

Am Montag, den 23. März, bleiben die Apotheken in Brandenburg geschlossen. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland beteiligen sich die Apothekenteams am bundesweiten Protesttag der Apothekerschaft, den die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. ausgerufen hat. Neben Apothekenschließungen, zu denen die Apothekerverbände aufgerufen haben, gibt es zentrale Kundgebungen, Demonstrationen und Versammlungen in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München. Zahlreiche Brandenburger Apothekerinnen und Apotheker sowie deren Teams werden nach Berlin fahren und dort für den Fortbestand der Apotheken protestieren. Patientinnen und Patienten mit dringendem Medikamentenbedarf müssen sich aber keine Sorgen machen: Auch im Land Brandenburg sind die Notdienstapotheken am 23. März geöffnet und stellen die Arzneimittelversorgung sicher. 

Der Apothekerverband Brandenburg e.V. hat die Apotheken im Land Brandenburg aufgefordert, den bundesweiten Apotheken-Protesttag mitzutragen und dafür die Apotheken am 23. März ganztägig zu schließen und sich an der Protest-Kundgebung in Berlin zu beteiligen. Die Demonstration beginnt um 12:00 Uhr am Potsdamer Platz und führt mit einem Zwischenstopp am Bundesgesundheitsministerium zum Platz vor dem Roten Rathaus. Dort findet die Abschlusskundgebung statt. 

„Viele Apotheken in Brandenburg befinden sich in einer existenzbedrohenden Situation, weil sie chronisch unterfinanziert sind“, sagt Andrea König, Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg. „Seit 13 Jahren wurde das Honorar für die Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten nicht mehr angepasst. Im gleichen Zeitraum – also seit 2013 – sind die Löhne für die Mitarbeitenden und weitere Betriebskosten, wie z.B. Miete, Energie und IT-Ausstattung massiv gestiegen. Diese chronische Unterfinanzierung hat dazu geführt, dass bundesweit fast jede fünfte Apotheke für immer schließen musste. Auch in Brandenburg gehen Jahr für Jahr immer mehr Apotheken für immer verloren. Wir fordern die Bundesregierung auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einzulösen und die flächendeckende Versorgung durch eine faire Vergütung zu sichern.“ König sagt weiter: „Unsere Patientinnen und Patienten bitten wir um Verständnis, wenn die Apotheken geschlossen sind. Wir kämpfen mit unserem Protesttag auch dafür, dass Ihre Apotheke um die Ecke erhalten bleibt. 

Das Honorar für verschreibungspflichtige Arzneimittel wird staatlich festgelegt und liegt derzeit bei 8,35 Euro pro Packung. Im Koalitionsvertrag ist eine Erhöhung auf 9,50 Euro vorgesehen. „Die Politik muss jetzt zu ihrer Zusage stehen. Ohne Wenn und Aber. Sonst wird die Versorgungslage für viele Menschen kritisch“, so König. Dies gelte insbesondere angesichts des demografischen Wandels und der wachsenden Anforderungen an die Krisenresilienz der Arzneimittelversorgung. 

Die Arzneimittelversorgung in Brandenburg bleibt trotz der Schließung der Apotheken an diesem Tag gesichert. Alle für den Notdienst eingeteilten Apotheken sind von der Protestaktion ausdrücklich ausgenommen. 

Notdienst-Apotheken finden Sie unter:

Mobil: 22 8 33 

Festnetz: 0800 00 22 833 

Umfassende Informationen zu den Hintergründen des Apotheken-Protesttages finden Sie unter: https://www.abda.de/themen/politische-forderungen/