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03.05.2016

Apotheken im Land Brandenburg stellten 2015 mehr als 232.000 Rezepturarzneimittel her

Im Jahr 2015 haben die öffentlichen Apotheken im Land Brandenburg 232.245 Rezepturen für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hergestellt. Das ergab eine aktuelle Auswertung von Verordnungen des vergangenen Jahres durch das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) in Berlin. Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass der Bedarf an patientenbezogenen Rezepturanfertigungen trotz Fertigarzneimitteln auf hohem Niveau besteht. 
 
Individuelle Rezeptur aus der Apotheke 
 
Insgesamt dürfte die Gesamtzahl aller in den Apotheken angefertigter Rezepturen noch höher liegen. Denn Anfertigungen auf direkte Nachfrage oder für Privatversicherte sind bei dieser Auswertung durch das DAPI nicht erfasst. Bei gesondert in den Apotheken angefertigten Arzneimitteln wie z.B. Salben, Pulvern, Pasten oder Zäpfchen, Tabletten und Kapseln kann die Wirkstoffdosierung individuell für den Patienten angepasst werden. „Es gibt viele Fälle, in denen Rezepturarzneimittel unersetzlich sind“, erläutert Olaf Behrendt, 2. Stellvertretender Vorsitzender des Apothekerverbandes Brandenburg e.V. (AVB). „Zum Beispiel wenn Kinder Medikamente in einer Dosis brauchen, für die es keine Fertigarzneimittel gibt, oder Hautärzte eine spezielle Salbe verordnen, die industriell gefertigt nicht zu bekommen ist.“ Somit ist die Herstellung von Arzneimitteln in den öffentlichen Apotheken eine notwendige und wichtige Ergänzung zu den Fertigarzneimitteln der Pharmazeutischen Industrie.
 
Um Rezepturarzneimittel herstellen zu können unterhalten alle öffentlichen Apotheken ein Labor, dessen Ausstattung vom Gesetzgeber verbindlich vorgeschrieben ist. Angewachsene qualitätssichernde Herstellungs- und Dokumentationsanforderungen, machen zusätzlich zu den laufenden Kosten den Laborunterhalt und die Rezepturanfertigungen immer teurer. „Bei der Herstellung einer Rezepturarznei entstehen ja nicht nur Kosten durch die gestiegenen Prüf- und Dokumentationspflichten beim Herstellungsprozess, sondern gut ausgebildetes und hoch qualifiziertes Fachpersonal berät die Patienten und stellt diese Salben, Zäpfchen oder Kapseln her“, sagt Olaf Behrendt und ergänzt: „Handwerkliche Präzision und pharmazeutisches Fachwissen haben auch ihren Preis.“ Aber anders als bei Fertigarzneimitteln gibt es bei den Rezepturen keine Gebühr für Beratung und Abgabe der individuellen Arznei. Und diese Unterscheidung ist nicht nachvollziehbar, weil gerade Rezepturarzneimittel oft eine besonders intensive Beratung erfordern. „Deswegen fordern wir ein“, so Behrendt, „dass Rezepturen an die Apothekervergütung der Fertigarzneimittel angepasst werden."
 
Der Großteil der 232.245 maßgeschneiderten Medikamente für gesetzlich Versicherte entfiel 2015 mit 165.740 Anfertigungen auf die „allgemeinen Rezepturen“ (wie z.B.: Salben, Emulsionen, aseptische Zubereitungen, Tabletten, Kapseln, u.a.m.), die in jeder öffentlichen Apotheke hergestellt werden. Den zweiten Teil mit 66.505 Arzneimitteln bilden die Spezialrezepturen. Das sind insbesondere Zytostatika-Zubereitungen für die Krebstherapie, Antibiotika- und Schmerzlösungen sowie Infusions- und Ernährungslösungen. Auch bei den Spezialrezepturen kann man davon ausgehen, dass tatsächlich mehr hergestellt wurden als in der Auswertung erfasst sind.

Bildquelle: ABDA 

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