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23.09.2008

Special zum Deutschen Apothekertag

Deutscher Apothekertag in München vom 18. bis 20. September 2008

Die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände lädt gemeinsam mit der Bayerischen Landesapothekerkammer und dem Bayerischen Apothekerverband e.V. zum Deutschen Apothekertag 2008 ein. Der Deutsche Apothekertag 2008 vom 18. bis 20. September 2008 im Internationalen Congress Center München steht unter dem Motto:

„ARZNEIMITTELVERSORGUNG - MIT SICHERHEIT"

Der Apothekerverband Brandenburg möchte Ihnen mit diesem Special den wichtigen Aspekt der Arzneimittelsicherheit sowie die gesellschaftliche und gesundheitliche Bedeutung der sicheren Versorgung mit Medikamenten näher bringen.

1. "Schlecker & Co. verramschen Gesundheit"

AVB: Kooperationen mit Internetversendern gefährden den Verbraucherschutz

Brandenburgs Apotheken fordern Drogeriemarktketten wie Schlecker und dm auf, die Arzneimittelabgabe in ihren Filialen sofort einzustellen. Politiker in Bund und Ländern sollten die Banalisierung von Medikamenten beenden und die volle Arzneimittelsicherheit wiederherstellen. „Die Politik darf das Heft des Handelns nicht länger aus der Hand geben. Die Menschen haben ein Recht auf gesundheitlichen Verbraucherschutz", sagt Dr. Andrea Lorenz, Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg. „Wir brauchen jetzt endlich eine klare Entscheidung des Gesetzgebers und eine schärfere Kontrolle zugunsten der Verbraucher."

Anlass für die Forderung der Apotheker ist die Ausweitung der Kooperation von Schlecker mit einer konzerneigenen holländischen Versandapotheke. Ähnlich wie in dm-Märkten in Nordrhein-Westfalen werden in Schlecker-Filialen inzwischen Rezepte und andere Arzneimittelbestellungen eingesammelt mit dem Hinweis, dass die bestellten Arzneimittel dort wieder abgeholt werden könnten. Dr. Lorenz: „Schlecker & Co. verramschen Gesundheit. Das Ganze ist aus unserer Sicht höchst fragwürdig und gefährdet Patientinnen und Patienten."

Möglich ist dieses Geschäftsgebaren seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom 13. März 2008, nach Auffassung von Apothekern ein „schwarzer Tag für den Verbraucher- und Patientenschutz". Auch der Apothekerverband Brandenburg fordert deshalb die Einschränkung des Versandhandels auf das europarechtlich gebotene Maß und unterstützt entsprechende Initiativen von Bund und Ländern, die die Auswüchse des Versandhandels mit Arzneimitteln begrenzen helfen wollen.

2. Risiko Fälschung und Datenschutz beim Arzneimittelkauf im Internet

Brandjacking Index: Mehr Betrüger mit aggressiveren Methoden

Die Gefahr für Verbraucher steigt, im Internet gefälschte oder minderwertige Arzneimittel zu erwerben. Dabei nutzen immer mehr Betrüger die geringe Kontrolle dieses Mediums, um sich mit immer aggressiveren Methoden zu bereichern.

Das ist das Ergebnis des „Brandjacking Index" des auf Markenschutz spezialisierten Unternehmens MarkMonitor. „Gesundheit und Leben von Menschen sind vielen Internetbetrügern offenbar total egal", stellt Frank Fürstenberg, stellvertretender Vorsitzender des Apothekerverbandes Brandenburg, fest.

Er fordert zugleich die Politik zum Handeln auf: „Wir brauchen schärfere Kontrollen und mehr Sicherheit für den Verbraucher. Frei erfundene Qualitätssiegel sind nicht mehr als Feigenblätter. Der Versandhandel mit Arzneimitteln muss in Deutschland auf das europarechtlich zulässige Maß zurückgeführt werden; der Banalisierung der Medikamenten-versorgung durch Drogerien und Einzelhandelsketten muss ein Riegel vorgeschoben werden."

Laut „Brandjacking Index" haben sich u.a. die Zugriffszahlen auf fragwürdige Internetseiten seit 2007 verdreifacht. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der rund 3.000 untersuchten Internet-Apotheken schützen die Daten ihrer Kunden nicht und gefährden so zudem deren Identitätsinformationen.

Rund 60 Prozent der im Jahr 2007 untersuchten zweifelhaften Online-Apotheken sind immer noch aktiv. Der Handel mit losen Einzelpillen sowie imitierten Wirkstoffen ist demnach weiter auf dem Vormarsch.

Basis dieser Daten zum Missbrauch ist die Analyse der Angebote sechs führender Medikamente.

Weitere Informationen dazu unter www.markmonitor.com

3. Patienten setzen auf die wohnortnahe Apotheke

3 von 4 Verbrauchern misstrauen Medikamenten via Internet

Die Deutschen vertrauen auf sichere Medikamente aus der Apotheke, so eine repräsentative Forsa-Umfrage bei 1004 Erwachsenen. 74 Prozent der Befragten schätzen das Risiko, ein gefälschtes Medikament zu erhalten, bei einem Kauf über das Internet als besonders groß ein. Einen Kauf von Arzneimitteln im Ausland beurteilen 71 Prozent skeptisch.

Als sicher wird der Bezug von Arzneimitteln über die Apotheke oder beim Arzt, etwa als Ärztemuster, beurteilt. Nur 5 bzw. 6 Prozent der Befragten rechnen hier mit einer Fälschung. „Diese Zahlen zeigen klar: Die Verbraucher wissen, wem sie vertrauen können. Wir Apotheker arbeiten täglich daran, dieses Vertrauen unserer Patienten weiter auszubauen", so Dr. Andrea Lorenz, Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg.

Nach Angaben des Bundeskriminalamts werden an den deutschen und europäischen Grenzen vermehrt gefälschte Arzneimittel sichergestellt. „Im illegalen Internethandel ist jedes zweite Präparat gefälscht", so Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft e.V. (DPhG) und Leiter des Zentrallabors Deutscher Apotheker (ZL). „Gefälschte Arzneimittel stellen ein hohes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar", warnt Schubert-Zsilavecz. Eine Studie des ZLs hat gezeigt, wie gefährlich es sein kann, rezeptpflichtige Medikamente über das Internet zu bestellen.

Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft e.V. (DPhG) zählt mit 9.000 Mitgliedern zu den großen wissenschaftlichen Gesellschaften in Deutschland. Die DPhG veranstaltet jährlich etwa 150 wissenschaftliche Vorträge für Apotheker, ist Herausgeber der Zeitschrift "Pharmazie in unserer Zeit" und fördert als unabhängige Gesellschaft die wissenschaftlichen Interessen der deutschen Pharmazie.

Auch die im Mai von der Europäischen Kommission veröffentlichten Zollstatistiken 2007 zeichnen ein erschreckendes Bild: EU-Kommissar Laszlo Kovacs meldete bei den Produktfälschungen eine „besorgniserregende Zunahme bei für die Verbraucher potenziell gefährlichen Warenarten" wie Arzneimitteln. Mit 51 Prozent hat es 2007 bei der Anzahl der Medikamentenfälschungen gegenüber 2006 laut EU-Kommission einen „dramatischen Zuwachs" gegeben. Die aufgegriffenen gefälschten Medikamente stammen demnach vor allem aus der Schweiz (40 Prozent), Indien (35 Prozent) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (15 Prozent). Potenzsteigernde Medikamente, wie Viagra, sind die am häufigsten gefälschten Medikamente. Auch Arzneimittel gegen Cholesterin, Osteoporose und Bluthochdruck werden oft illegal kopiert.

4. Arzneimittelsicherheit durch Apotheker weiter verbessert

Apotheker engagieren sich gemeinsam mit anderen Heilberufen im Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) des Bundesgesundheits-ministeriums. Nur die wohnortnahe Apotheke kennt die gesamte Medikation eines Patienten, einschließlich der Selbstmedikation.

„Daher ist sie prädestiniert dafür, die Medikation regelmäßig zu überprüfen", sagt Olaf Behrendt, Mitglied des Vorstandes des Apothekerverbandes Brandenburg. Die Medikation soll von den Apotheken in Zukunft regelmäßig überprüft werden, speziell bei einem Arztwechsel, mehreren behandelnden Ärzten oder bei einer Krankenhausaufnahme oder -entlassung. Auch wenn das Risiko für Nebenwirkungen erhöht ist, etwa bei älteren Menschen oder bei der Einnahme mehrerer verschreibungspflichtiger Arzneimittel, kann der Apotheker zusammen mit dem behandelnden Arzt die Arzneimitteltherapie optimieren.

Ältere Patienten profitieren von Apothekern besonders

Ältere Patienten leiden häufiger an arzneimittelbezogenen Problemen wie Neben- oder Wechselwirkungen. Mit dem Alter verändert sich die Verarbeitung von Medikamenten durch den Körper und damit deren Wirkungen.

Beispielsweise sind bei älteren Frauen mit einem niedrigen Körpergewicht Überdosierungen leicht möglich. Einige Arzneimittel wie Digitalis-Glykoside gegen Herzschwäche, Betablocker und wasserausschwemmende Medikamente gegen Herzkrankheiten oder Tabletten gegen Diabetes führen bei Patienten über 70 Jahren häufiger zu Nebenwirkungen als bei jüngeren Menschen. Werden mehrere Arzneimittel gleichzeitig eingenommen, sind Wechselwirkungen kaum vermeidbar.

Wie schwerwiegend ein arzneimittelbezogenes Problem ist und wie es vermieden werden kann, hängt besonders bei älteren Patienten vom Einzelfall ab. „Bei der Beurteilung des einzelnen Patienten können Datenbanken den Apotheker unterstützen, aber niemals das Gespräch ersetzen. Bei älteren Patienten mit mehreren Krankheiten sollte die Auswahl und die Dosierung aller Medikamente auf den individuellen Patienten abgestimmt sein", so Olaf Behrendt. Viele Wechselwirkungen lassen sich verhindern oder abmildern. Behrendt fordert  deshalb besonders ältere Patienten auf, sich in eine Hausapotheke einzuschreiben. Nur wenn alle Medikamente einschließlich der Selbstmedikation erfasst sind, kann der Apotheker alle relevanten Wechselwirkungen erkennen und in Absprache mit dem Arzt die richtigen Maßnahmen ableiten.

5. Patienten beurteilen Apotheken mit „gut"

Patienten bewerten das Apothekensystem mit der Schulnote „gut", so eine repräsentative Telefonumfrage des Meinungsforschungsunternehmen infas bei 3.370 Bundesbürgern ab 16 Jahren. 12 Prozent würden den Apotheken ein „sehr gut", 47 Prozent ein „gut" und weitere 30 Prozent ein „befriedigend" geben. Insgesamt schnitten die Apotheken mit dem Wert 2,4 ab. 9 von 10 Verbrauchern sind mit dem derzeitigen Apothekensystem mindestens zufrieden, sechs von zehn finden es gut oder besser. „Wir freuen uns über diese Wertschätzung unserer täglichen Leistung", so Michael Klauß, Geschäftsführer des  Apothekerverbandes Brandenburg.

Noch besser wurde die Leistung der Apotheken von Patienten beurteilt, die rezeptpflichtige Arzneimittel einnehmen müssen oder die älter als 65 Jahre waren: Zwei von drei beurteilen die Apotheken als sehr gut oder gut. Täglich besuchen mehr als vier Millionen Menschen eine der 21.500 Apotheken.

6. Patienten wollen keine Arzneimittel aus Supermärkten

Online-Umfrage unterstreicht Rolle der unabhängigen Apotheken

Die Menschen in Deutschland wollen ihre Arzneimittel auch in Zukunft in wohnortnahen und inhabergeführten Apotheken abholen. Die Frage „Sollten Supermärkte auch Medikamente verkaufen dürfen?" beantworten 90 Prozent der Deutschen mit Nein. Nur 10 Prozent der Befragten befürworten diese Idee.

Das ergab eine Online-Umfrage der Tageszeitung Die Welt im Februar 2008 an der mehr als 1.600 Personen mit Internetzugang teilnahmen.

Das Ergebnis dieser Umfrage bestätigt, dass auch viele internetaffine Patientinnen und Patienten nicht auf die bewährten Leistungen der unabhängigen Apotheken vor Ort verzichten wollen. In einer Online-Umfrage des ZDF-Magazins WISO im November 2007 antworteten auf die Frage „Wo kaufen Sie Ihre Arzneimittel bevorzugt ein?" 83 Prozent der Teilnehmer mit „in der Apotheke um die Ecke". Weit abgeschlagen waren zum Beispiel Versandhändler.

7. Wohnortnahe Apotheke berät besser als Versandhändler

Apotheken am Ort schneiden im Vergleich wichtiger Kategorien besser ab als manche Versandapotheken. Die Beratung in der wohnortnahen Apotheke ist besser als diejenige in vier von fünf getesteten Versandapotheken. Bei der Lieferung ist die Apotheke "um die Ecke" sogar unangefochtener Spitzenreiter; beim Service liegt sie im guten Mittelfeld. In der Preiskategorie liegt die Apotheke am Ort immerhin vor einer bekannten holländischen Versandapotheke. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Vergleich von fünf Versandapotheken mit der Apotheke am Ort, den die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 9. März 2008 veröffentlichte.

"Der Test zeigt, dass die wohnortnahen Apotheken absolut konkurrenzfähig sind", kommentiert Michael Klauß, Geschäftsführer des Apothekerverbandes Brandenburg, den Vergleich. "Wenn Versandapotheken nur mit Billigpreisen werben, unterschlagen sie wichtige Kategorien wie Beratung, Lieferung und Service. Arzneimittel sind erklärungsbedürftig, so dass Patienten und Apotheker über Risiken und Nebenwirkungen immer von Angesicht zu Angesicht sprechen sollten." Zudem zeige die Analyse, dass Versandhändler nicht zwingend günstiger seien als die Apotheke vor Ort.

Eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der ABDA hatte ergeben, dass 93 Prozent der Deutschen das zuletzt vom Arzt ausgestellte Rezept in einer wohnortnahen Apotheke einlösen. Nur 1 Prozent der Befragten sendet das Rezept an einen Versandhändler. 3 Prozent lösen das Rezept hingegen gar nicht ein.

Die mäßigen Ergebnisse der Stiftung Warentest bei Testkäufen in zwanzig Apotheken von Berliner Einkaufszentren weisen allerdings darauf hin, dass die Apotheker sich auf dem allgemein hohen Standard nicht ausruhen können, sondern weiterhin Sorgfalt und Kompetenz unter Beweis stellen müssen.
Täglich besuchen rund 4 Millionen Menschen in Deutschland eine der 21.500 Apotheken mit insgesamt rund 144.000 Mitarbeitern.

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Kontakt:
Apothekerverband Brandenburg
Michael Klauß
Geschäftsführer

Am Buchhorst 18
14482 Potsdam
Tel: 0331/888 65 0

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