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24.09.2012

Die Apotheken im Land Brandenburg bleiben am Mittwoch, den 26.09.2012 ab 12 Uhr aus Protest geschlossen

Der Apothekerverband Brandenburg e.V. hat die Apothekerinnen und Apotheker im Land Brandenburg zum öffentlichen Protest aufgerufen. Am Mittwoch, den 26.09.2012 ab 12 Uhr schließen die Apotheken, um deutlich zu machen, dass die vom Bundeskabinett beschlossene Honorarerhöhung um 25 Cent keine ausreichende Sicherung der wirtschaftlichen Situation für die Apotheken bedeutet. Ab 12 Uhr wird die Arzneimittelversorgung der Patienten ausschließlich von den Notdienst-Apotheken über die Notdienstklappe sichergestellt.

Die landesweite Schließung der Apotheken in Brandenburg ist Ausdruck des Protests und der Enttäuschung über die ungenügende finanzielle Absicherung der wohnortnahen, öffentlichen Apotheken durch die Bundesregierung. Das Bundeskabinett hatte vergangen Mittwoch dem Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums zugestimmt, das Apothekenhonorar um 25 Cent pro verschreibungspflichtiger Arzneimittelpackung anzuheben. Damit gesteht die Bundesregierung den Apothekerinnen und Apothekern seit 2004 erstmalig eine Honoraranpassung zu. Doch nach neun Jahren wirtschaftlicher Abkopplung und nach zahlreichen Einbußen, wie den Sonderopfern 2010 und 2011, in denen die Apotheken mit jeweils 400 Millionen Euro belastet wurden, um dem Gesundheitssystem Geld zuzuführen, und den gestiegenen finanziellen Belastungen durch Inflation, Personal- und Lohnkosten, sowie der allgemeinen Betriebskostensteigerung, ist das einfach nicht ausreichend: Die 25 Cent entsprechen in der Summe nur einer Erhöhung von drei Prozent für neun Jahre.

Weder die Anhebung um 25 Cent noch die angekündigte Umstrukturierung der Nacht- und Notdienstvergütung reichen aus, damit die Apotheken eine kostendeckende Finanzierung erzielen können. Schon jetzt gestaltet sich die Nachfolgesuche für Apotheken als ausgesprochen schwierig, weil die öffentliche Apotheke für junge Apotheker keine ausreichende wirtschaftliche Perspektive mehr bietet. Für zahlreiche bestehende Apotheken ist diese Honorarpolitik der Bundesregierung existenzgefährdend.

Zudem ist die geplante Pauschale für die Arzneimittelversorgung der Patienten im Nacht- und Notdienst durch die Apotheken vor Ort, bisher nur ein politisches Lippenbekenntnis. Für die Umsetzung dieser Honorarpauschale ist ein vom Bundestag zu beschließendes Gesetz notwendig und wie lange solch ein Unterfangen dauern und wie unsicher das sein kann, hat die Politik zur Genüge bewiesen.

„Die Versorgung der Menschen mit vom Arzt verordneten Arzneimitteln erfolgt schon lange nicht mehr kostendeckend - und auch bei der Herstellung von Rezepturen, bei der Abgabe von Betäubungsmitteln und beim Nacht- und Notdienst zahlen die Apotheker seit Jahren drauf", erklärt Dr. Andrea Lorenz, Vorsitzende des Apothekerverbandes Brandenburg. „Es hat sich großer Unmut über die unzureichende Honorierung angestaut. Und dass die 25 Cent jetzt wohl beschlossene Sache ist, ändert nichts daran, dass die 25 Cent einfach nicht ausreichend sind. Deshalb dieser Protest."

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