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20.11.2012

Apotheken in Brandenburg informieren mit Fakten zu dem Vorurteil: "Ein Apotheker ist auch nur ein Händler".

Auch wenn der Apothekerverband Brandenburg e.V. seine Mitglieder für den vergangenen Mittwoch zu einer Protestschließung wegen der Verhandlungsverweigerung des GKV-Spitzenverbandes aufgerufen hatte, werden weiterhin die Patienten und Kunden über verbreitete "Apothekenklischees" aufgeklärt. In den kommenden Wochen steht der Vorwurf, der Apotheker sei ja mehr Kaufmann und Händler als Heilberufler im Mittelpunkt der Kampagne "Apotheken informieren". Mit Handzetteln informieren die brandenburgischen Apothekerinnen und Apotheker, dass die Apotheker sowohl Heilberufler als auch Händler sind. Denn nur wer die Apotheke unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesund führt, kann handlungsfähig bleiben und die Patienten unabhängig, frei und unter den Aspekten des Heilberufes mit den notwendigen Arzneimitteln versorgen.

Das besondere Gut Arzneimittel ist zwar ausschließlich in Apotheken zu erhalten, allerdings macht dies die Apotheke nicht zu einem besonders geschützten Freiraum hinsichtlich wirtschaftlicher Aspekte. Das Einzelhandelsunternehmen Apotheke muss nach den gleichen wirtschaftlichen Kriterien geführt werden, wie andere Unternehmen auch, damit es den Apothekerinnen und Apothekern erlaubt, die benötigten Arzneimittel zu bevorraten, laufende Betriebskosten zu begleichen und dem angestellten Fachpersonal den Lebensunterhalt zu gewährleisten.

Wenn dem Einzelhändler Apotheker das kaufmännische Interesse schon vorgehalten wird, ist es durchaus legitim, diesen Vorwurf auch zu hinterfragen: Denn welcher Händler benötigt ein abgeschlossenes Hochschulstudium und haftet bei eventuellen Beratungsfehlern mit seinem Privatvermögen? In welchen Geschäften dürfen nur ausgebildete Fachkräfte beschäftigt werden und nur in wenigen genehmigungspflichtigen Ausnahmesituationen ohne die Apothekerin oder den Apotheker beraten?

Zudem müssen in den Apotheken vorgeschriebene Arzneimittel auf eigene Kosten und eigenes Risiko vorrätig gehalten werden und regelmäßig Dienste für die Nacht- und Notversorgung von Patienten geleistet werden.
Auch sorgen die Apothekerinnen und Apotheker für eine stetige Verbesserung des aktuellen Wissensstandes und damit für eine fortschrittliche und kompetente Beratung der Patienten. In der Pharmazie wächst das Wissen schnell und die Zahl neuer Wirkstoffe oder wissenschaftlicher Studien nimmt stets zu. Deshalb ist es für Apothekerinnen und Apotheker und für das pharmazeutische Personal besonders wichtig, den Anschluss an die Entwicklungen nicht zu verlieren. Aus diesem Grunde wachsen von Jahr zu Jahr die Fortbildungszahlen an. So meldete die Bundesapothekerkammer im April 2012 für das vergangene Jahr einen neuen Höchststand.

Die Kampagne versteht sich als Anregung zum Nachdenken und als Anstoß zum Dialog mit den vielen Menschen, die täglich in die Apotheken kommen und die Anliegen und Positionen der Apothekerinnen und Apotheker nicht nachvollziehen können. Ziel der Kampagne ist es, einen Dialog zwischen Patient und Apotheker anzustoßen, der durch Information, Transparenz und Aufklärung erreicht werden soll.

Ausführliche Informationen und sämtliche Themen der Kampagne finden Sie auch auf der Internetseite www.apotheken-informieren.de.

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