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07.12.2012

Apotheken in Brandenburg informieren mit Fakten zu dem Vorurteil: "Internet ersetzt Apotheken".

Passend zur Jahreszeit, in der sicherlich auch einige für die  Weihnachtsbesorgungen auf das Internet zurückgreifen werden, klären der Apothekerverband Brandenburg e.V. (AVB) und seine Mitglieder über bestehende Vorurteile auf. In den kommenden Wochen steht die Meinung, dass das Internet die Apotheken vor Ort ersetzen könne im Mittelpunkt der Kampagne "Apotheken informieren". Die Apothekerinnen und Apotheker im Land Brandenburg informieren mit Handzetteln darüber, dass weder die heilberufliche Fachberatung und Fachkompetenz, noch die Zuverlässigkeit und Sicherheit der wohnortnahen Apotheke durch anonyme Versorgungsstrukturen im Internet ersetzt werden können.

Gerade die Arzneimittelsicherheit ist bei dem Vertriebsweg Internet oftmals nicht gewährleistet und kann zu einem großen Risiko werden. So warnte bereits zu Beginn diesen Jahres das Fernsehmagazin "Frontal 21" eindringlich vor gefälschten Arzneimitteln aus dem Internet und vor Internetangeboten, die sich zwar "Apotheke" oder "Pharmacy" nennen, aber von dubiosen Geschäftemachern betrieben werden. Wie das Zollkriminalamt im Oktober 2012 in einer Presseerklärung mitteilte, wurden von Januar bis September 284 Ermittlungen gegen Anbieter durchgeführt, die über Webseiten gesundheitlich bedenkliche und in Deutschland nicht zugelassene Arzneimittel vertreiben. Gerade bei Arzneimitteln aus ungeklärter oder nicht nachvollziehbarer Herkunft handelt es sich oft genug um gefährliche Fälschungen, die weniger oder gar keinen Wirkstoff enthalten und teilweise sogar mit Schwermetallen oder Giftstoffen versetzt sind.

Vom Zoll im Laufe diesen Jahres veröffentlichte Zahlen veranschaulichen das Ausmaß der Gefährdung. Anfang September gelang es Zollfahndern in Bayern rund 150.000 Potenzpillen von zweifelhafter Herkunft sicherzustellen und im Zeitraum vom 25. September bis 02. Oktober 2012  wurden bei einer international angelegten Aktion, allein in Deutschland etwa 68.000 Tabletten, Kapseln und Ampullen in Brief- und Paketsendungen aus dem Ausland beschlagnahmt. Insgesamt sind also 218.000 illegal nach Deutschland verbrachte Medikamente von zweifelhafter Qualität in nur vier Wochen aus dem Verkehr gezogen worden. Und das sind nur die entdeckten. Neben Potenzmitteln wurden auch Verhütungs- und Schlankheitsmittel, aber auch Schmerzmittel und Antidepressiva, sowie Wachstumshormone (zumeist für Dopingzwecken) sichergestellt.
In den öffentlichen Apotheken sorgen nicht nur die kontrollierten Vertriebswege über die Großhändler und zugelassenen Pharmafirmen für die Sicherheit der Arzneimittel, sondern auch die Apothekerinnen und Apotheker selbst. Denn täglich werden in sämtlichen Apotheken in Deutschland Fertigarzneimittel geprüft und Ausgangsstoffe für die in den Apotheken hergestellten Rezepturen labortechnisch überprüft und protokolliert.

Zudem bleibt im Internet so ziemlich alles auf der Strecke, was die Kompetenz einer Apotheke ausmacht: Die persönliche Beratung durch qualifizierte und stetig fortgebildete Heilberufler, die kompetent und unmittelbar - ohne Telefonhotline - beraten, informieren, helfen und täglich im Nacht- und Notdienst für eine sichere Arzneimittelversorgung vor Ort präsent sind.
"Die Apothekerinnen und Apotheker stehen für eine qualitative und nicht für eine quantitative Versorgung", so Olaf Behrendt, 2. Stellvertretender Vorsitzender des AVB. "Zudem werden wir mehrmals am Tag beliefert und können somit die benötigten Arzneimittel in den meisten Fällen noch am selben Tag bereitstellen. Und sollte ein bestimmtes Medikament nicht lieferbar und durch ein anderes zu ersetzen sein, können wir sofort den Patienten informieren und aufklären. Das soll uns der Internetversand erst mal nachmachen."

Für weitere Informationen und für einen Überblick der Kampagne gegen Vorurteile besuchen Sie bitte die Internetseite www.apotheken-informieren.de.

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