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Newsletter 2-2011

Bei Risiken und Nebenwirkungen…

Europas Apotheker diskutieren auf Generalversammlung über Arzneimittelsicherheit

Ende Juni trafen sich Apotheker des Zusammenschlusses der Apotheker in der Europäischen Union (ZAEU) aus 25 Ländern, um das europäische Pharmapaket zu diskutieren. Es besteht aus den Richtlinien zur Pharmakovigilanz (Arzneimittelsicherheit), zum Schutz der Bevölkerung vor gefälschten Arzneimitteln und zur Patienteninformation. Die Richtlinien zur Pharmakovigilanz und zur Arzneimittelfälschung sind bereits auf europäischer Ebene beschlossen.

Heinz-Günter Wolf Heinz-Günter Wolf, seit Januar 2011 Präsident des Zusammenschlusses der Apotheker in der Europäischen Union (ZAEU)

Die Apotheker sind sich darin einig, dass das Pharmapaket dringend notwendig ist. Alle möglichen Maßnahmen zum Schutz der Patienten müssen getroffen werden, betonte Heinz-Günter Wolf, Präsident des ZAEU. „Wir werden bei der Richtlinie zur Patienteninformation auf eine klare Definition und Trennung von Information und Werbung drängen. Es muss klar sein, dass die Heilberufler diejenigen sind, die Patienten informieren. Es muss auch klar sein, dass Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel an Verbraucher unzulässig bleibt. Bei der Fälschungsrichtlinie müssen wir hinbekommen, dass Menschen so gut wie möglich davor geschützt werden, ein nachgemachtes Arzneimittel zu erhalten“, fasste Wolf in einem Interview mit der Pharmazeutischen Zeitung die erklärten Ziele zusammen.
Die Richtlinien stellen die Apotheker vor unterschiedliche Herausforderungen. Bei der Pharmakovigilanzrichtlinie geht es um die nationale Umsetzung. Die Fälschungsrichtlinie wird von der EU-Kommission erstellt. Mitgliedsstaaten haben kaum Einfluss auf diesen Prozess. Welches Arzneimittel mit einer fälschungssicheren Nummer versehen wird, ist daher unklar. Der ZAEU wird hier kaum Einfluss nehmen können. Das Verfahren zur eindeutigen Kennzeichnung von Originalware ist jedoch mit den Pharmaherstellern abgesprochen worden. Es befindet sich derzeit in der Testphase.

Die Richtlinie zur Patienteninformation ist weiterhin ein offener Prozess. Noch immer gibt es starke Differenzen zwischen Apothekern und Pharmaherstellern. Einigkeit besteht zur Vereinfachung der Packungsbeilagen. Auch sollen Websites Patienten informieren können, wie gut ein Medikament wirkt, welche Nebenwirkungen es hat und was bei seiner Anwendung sonst noch zu beachten ist. Außerdem werden die Nutzer darüber informiert, wie sie mögliche Nebenwirkungen direkt an die nationalen Behörden melden können. Nach den Vorstellungen der EU sollen die nationalen Portale mit dem europäischen verlinkt werden. Von der Vernetzung nationaler Internetangebote verspricht sich das europäische Parlament schnellere und validere Daten über die Risiken von Arzneimitteln.

Doch die Pharmaunternehmen wollen in den direkten Dialog zu den Patienten treten. Eine klare Trennung von Information und Werbung sei jedoch noch nicht möglich, weshalb die Apotheker diese Vorgehensweise ablehnen.

Mit der Bundesregierung und den Verbraucherverbänden gibt es große Übereinstimmungen. Der Dialog mit der Pharmaindustrie und mit der europäischen Politik wird jedoch noch fortgeführt werden müssen.  

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