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Newsletter 4-2011

Medizin, die krank macht

Der Handel mit illegalen Präparaten boomt seit Jahren und das Angebot wird immer größer. Statistische Angaben des Zolls belegen, dass im vergangenen Jahr 10 Millionen gefälschte Tabletten und 14,5 Millionen kopierte Ampullen sichergestellt wurden, mehr als je zuvor. Erst im Oktober 2011 beschlagnahmten Zollfahnder 25 Postsäcke mit falschen Pillen im geschätzten Wert von 60.000 Euro am Leipziger Flughafen. Laut Norbert Scheithauer, Sprecher des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg, ist Berlin einer der Hauptumschlagplätze.

Apotheken
 Quelle: knipseline/ pixelio.de

Auch im Internet tummeln sich zahlreiche dubiose Anbieter, die mit gefälschten Arzneimitteln zu Lasten der Gesundheit ahnungsloser Kunden ihr einträgliches Geschäft betreiben. Besonders für erkrankte Menschen bietet es sich augenscheinlich an, den Gang in die Apotheke bei Unwohlsein zu sparen und die Medikamente per Mausklick ins Haus zu bestellen. Doch insbesondere der Einkauf im Netz birgt enorme Risiken. „Da, wo die Menschen bereit sind, Arzneimittel außerhalb der üblichen Vertriebswege zu kaufen, spielen sie Kriminellen in die Hände", erklärt Wolfgang Schmitz vom Zollkriminalamt Köln in der Frankfurter Rundschau.

Gefälscht und gehandelt werden Mittel gegen Schmerzen, Bluthochdruck, Krebs, HIV oder Depressionen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist jedes zweite online gekaufte Medikament eine Fälschung. Allein in Europa werden jährlich rund 10,5 Milliarden Euro damit umgesetzt. Weltweit werden gefälschte Arzneimittel im Wert von 75 Milliarden US-Dollar vertrieben. Der Großteil stammt aus Indien und China.

Für die Verbraucher ist dieser Betrug oft schlichtweg nicht zu durchschauen, denn die Fälscher gehen immer professioneller vor. Waren vor einigen Jahren noch Rechtschreibfehler auf Verpackungen oder Farbunterschiede sicheres Indiz für ein Imitat, kann der Laie heute oft keinen Unterschied zum Original mehr feststellen. Besonders vor dem Hintergrund der gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen durch die Einnahme der illegal vertriebenen Medikamente, empfehlen Experten, die professionelle Beratung in der örtlichen Apotheke dem vermeintlichen Schnäppchen vorzuziehen.

Bedeutet der Handel mit gefälschten Medikamenten für die Pharmaindustrie finanzielle Schäden in Milliardenhöhe, müssen Patienten mit erheblichen gesundheitlichen Folgeschäden rechnen. Im besten Fall wirkt das Präparat überhaupt nicht, weil es gar keinen pharmazeutischen Wirkstoff enthält. Hier droht die Gefahr, dass der Patient die Krankheit verschleppt. Werden jedoch Medikamente eingenommen, die falsch dosiert sind oder sogar giftige Substanzen enthalten, ist mit weit schlimmeren Folgen zu rechnen, bis hin zu Herzversagen oder einer Schädigung der Blutgefäße. Es sind Fälle bekannt, in denen Tabletten aus Borsäure, Straßenfarbe und Holzlack zusammengesetzt waren oder reinen Talkpuder enthielten.

Am sichersten ist der Kauf von Medikamenten noch immer in der Apotheke um die Ecke. Die deutliche Zunahme im Bereich der Medikamentenfälschung unterstreicht die Richtigkeit eines altbekannten Satzes in jedem Fall einmal mehr: Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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