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Sicherheitsfaktor Apotheke

"Die Arzneimitteltherapie ist ein Hochrisikoprozess, in dem die Apotheke als Sicherheitsfaktor wirkt", so das Fazit der Geschäftsführerin Frau Dr. Sonja Mayer. Die Bayerische Akademie für Klinische Pharmazie (BA KlinPharm) stellte Mitte Januar das Ergebnis einer Interaktionserhebung in München vor, aus der hervorgeht, dass der weitaus größte Anteil bei auftretenden Wechselwirkungen mit Medikamenten mit Hilfe eines persönlichen Beratungsgesprächs direkt in der Apotheke gelöst werden kann. 

An der Datenerhebung, die im Juli 2011 in Bayern durchgeführt wurde, beteiligten sich 96 Apotheker und Apothekerinnen, die zuvor an einer eigens hierfür durchgeführten Fortbildung teilgenommen hatten. Im Zeitraum der Datenerhebung erfassten die bayerischen Kollegen annähernd 24.000 Datensätze von 20.890 Kunden. Die Analyse der Daten ergab, dass bei 3.374 Kunden genau 5.272 Wechselwirkungen dokumentiert worden waren. Besonders häufig traten Wechselwirkungen bei Schilddrüsenhormonen und zweiwertigen Kationen wie Calcium, Magnesium oder Zink sowie Antihypertonika und nicht-steroidalen Analgetika auf. Insgesamt 405 Mal waren Medikamente aus der Selbstmedikation betroffen, darunter, neben den Mineralien, hoch dosierte Salicylate und Johanniskrautpräparate.

Der Datenerhebung zufolge treten somit bei jedem sechsten Kunden wahrscheinliche  Wechselwirkungen bei seinen Arzneimitteln auf und in jedem achten Fall sind Medikamente aus dem OTC-Bereich betroffen. Dabei steige das Risiko von Interaktionen mit dem Alter der Patienten und der Menge der einzunehmenden Präparate, sowie der Anzahl der behandelnden Ärzte und die Häufigkeit des Wechsels der Apotheken.

Besonders deutlich zeige die Studie, wie wichtig das Beratungsgespräch in der Apotheke ist, gerade im Bereich der Selbstmedikation. Denn in 82 Prozent der erfassten Probleme konnte durch die Beratung in der Apotheke eine mögliche Interaktion vermieden werden, indem auf eine zeitlich versetzte Einnahme der Medikamente oder häufigere Kontrolle des Blutdrucks hingewiesen wurde. Auch führte die Mittlerfunktion des Apothekers in acht Prozent der Fälle über eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zur Vermeidung von Risiken. 

(Quelle: PZ 19.01.2012)

Für den Apothekerverband Brandenburg zeigt diese Studie:

Auch wenn viele Wechselwirkungen vorhersehbar sind, sind sie auch nur bei guter Beratung vermeidbar. Und je umfassender der Überblick über die gesamte Medikation für ein Apothekenteam ist, desto umfassender kann die Beratung erfolgen und umso erfolgreicher können die Apothekerinnen und Apotheker helfen die Risiken zu vermeiden. 

 

 

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