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49. DAV Wirtschaftsforum am 26. und 27. April 2012 in Potsdam

Die Situation der Apotheken in Deutschland ist „angespannt, sehr angespannt, überspannt". Mit diesen Worten eröffnete der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands, Fritz Becker, seinen Vortrag zur schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Apotheken.

Das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) hat stark dazu beigetragen, dass die Sparpolitik der Bundesregierung viele Apotheken an den Rand der Wirtschaftlichkeit gebracht hat. Das zeigt auch die Entwicklung der Apothekenanzahl ganz deutlich: Ende 2011 waren es in Deutschland insgesamt 203 Apotheken weniger als noch zu Jahresbeginn.

Ursprünglich sollten mit dem AMNOG Einsparungen für die Jahre 2011 und 2012 von je 200 Millionen Euro von den Apotheken erbracht werden. Aus diesem Grunde wurde der Abschlag, den die Apotheken je Arzneimittelpackung an die Krankenkassen als Großkunden zahlen, für diese Jahre auf 2,05 Euro angehoben. Doch haben die deutlich schlechteren Einkaufkonditionen beim pharmazeutischen Großhandel dazu geführt, dass bereits im vergangen Jahr das geforderte Einsparvolumen von insgesamt 400 Millionen Euro von den Apotheken allein erbracht wurde. Seit Jahresbeginn haben sich die Konditionen weiter verschärft, und obwohl der Politik die Probleme bekannt seien, schaue sie jedoch bewusst weg.

„Seit neun Jahren sind wir von jeglichem wirtschaftlichen Wachstum abgekoppelt", sagte Becker und forderte eine deutliche Verbesserung der Apothekenhonorierung. Denn seit Jahren sind die einzigen Faktoren, die steigen: Kosten und Aufwand. Nicht nur die Situation der Apothekeninhaber werde ignoriert, sondern auch die der rund 150.000 Apothekenmitarbeiter. Für Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser gebe es automatische Anpassungsvorschriften beim Honorar, und genau solch eine Regelung müsse auch für die Apotheker eingeführt werden. Dabei müsse es eindeutige Anpassungsfaktoren geben, an denen sich das Apothekenhonorar orientiert, forderte Becker. Diese müssen Bundeswirtschafts- und Bundesgesundheitsministerium gemeinsam regeln, aber „in unserer Sache tut sich nichts".

Lob fand Becker für das Votum der Bundesländer für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Damit habe die Bundesregierung noch einmal die Chance, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen und die Auswüchse des Versandhandels mit seinen Pick-up-Stellen zu verbieten.
Positiv befand Becker das Bestreben der Koalitionspartner, in der anstehenden AMG-Novelle, die deutsche Preisvorschriften auch für ausländische Versandapotheken festzuschreiben, und dass sich die Bundesregierung mit der neuen Apothekenbetriebsordnung letztendlich doch gegen Kiosk-Apotheken entschieden habe.

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